Einladung zur Mitgliederversammlung 2025

Liebe Mitglieder, liebe Freundinnen und Freunde der Gerhart-Hauptmann-Gesellschaft,

wir laden Sie am Geburtstag Gerhart Hauptmanns herzlich zur diesjährigen Mitgliederversammlung der Gerhart-Hauptmann-Gesellschaft e.V. ein.
Gemeinsam möchten wir auf das vergangene Jahr zurückblicken, über aktuelle Projekte berichten und einen Ausblick auf kommende Vorhaben geben.
Zudem wollen wir die Konferenz „Gerhart Hauptmann und das Theater“ noch einmal Revue passieren lassen.

Samstag, 15. November 2025
Beginn: 15:30 Uhr
Friedrichstraße 67, 15537 Erkner
(genau gegenüber vom Rathaus, im Gebäude der ehemaligen Commerzbank)


Tagesordnung

  1. Begrüßung und Verabschiedung der Tagesordnung
  2. Finanzbericht des Schatzmeisters und Kassenprüfbericht
  3. Entlastung des Vorstands
  4. Jahresberichte des 1. und 2. Vorsitzenden sowie Bericht zur Konferenz „Gerhart Hauptmann und das Theater“
  5. Informationen aus den Hauptmann-Häusern in Deutschland und Polen
  6. Ausblick auf das Jahr 2026
  7. Verschiedenes

Im Anschluss an die Versammlung besteht die Möglichkeit zu einem gemütlichen Beisammensein.
Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme, auf lebendige Gespräche und auf ein Wiedersehen in vertrauter Runde.

Mit freundlichen Grüßen
Der Vorstand der Gerhart-Hauptmann-Gesellschaft e.V.

Konferenz: Gerhart Hauptmann und das Theater am 13./14. November in der FU Berlin

Donnerstag, den 13. November, Freie Universität Berlin

Raum: 209A, Van’t-Hoff-Straße 6

Donnerstag, 13. November 9:30 Uhr Grußwort der Veranstalter

Panelordnung

Donnerstag 13. November: 10 00 – 12 00 Uhr Tradition und ästhetische Konzeption. Panelleitung: Marc Schweissinger

Franziska Ploetz (Hiddensee): Die Weber

Peter Sprengel (Berlin): Heidelberger Festspiele 1928/29 (I) Gerhart Hauptmann und die Heidelberger Festspiele (1928/29) Geschichte, Ästhetik, Kontakte

Bernhard Tempel (Hannover): Heidelberger Festspiele 1928/29 (II) Die Beziehungen zwischen Gerhart Hauptmann und Rudolf Karl Goldschmit-Jentner seit den Heidelberger Festspielen (1928/29)

Donnerstag 13. November: 13 00 – 15 00 Uhr Strategie und Dramentheorie. Panelleitung: Franziska Ploetz

Dag Kemser (Leipzig): Gerhart Hauptmanns „Einsame Menschen“. Bearbeitungsstrategien im Gegenwartstheater

Christopher Meid (Freiburg): Metatheatralität in „Die Ratten“

Hans-Joachim Hahn (Aachen/Basel): Gerhart Hauptmann in Peter Szondis “Theorie des modernen Dramas”

Donnerstag 13. November:16 00 – 18 00 Uhr Rezeption und Wertschätzung. Panelleitung: Marc Schweissinger

Jean-Louis Besson: (Paris): Die Rezeption von Gerhart Hauptmanns frühen Stücken in Frankreich

Edith Wack (Berlin): Die Rezeption der Uraufführung von „Vor Sonnenuntergang“

Florian Beck (Meiningen): Gerhart Hauptmann in der Provinz – zur Rezeption einiger Hauptmanndramen am Meininger Theater zwischen 1910 und 1930

19 00 Uhr Gemeinsames Abendessen der Konferenzreferenten im alten Krug in Dahlem

Freitag, 14. November Freie Universität Berlin

Raum: L 116, Habelschwerdter Allee 45 (Seminarzentrum)

Freitag 14. November 10 00 – 11 30 Uhr, Kunst und Funktion. Panelleitung: Marc Schweissinger

Malte Denkert (St. Peter-Ording): „Leichenspiel“ zur Funktion des Theaters in Gerhart Hauptmanns Im Wirbel der Berufung

Jürgen Nelles (Bonn): Gerhart Hauptmann und das Kabarett seiner Zeit

Freitag 14. November 13 00 – 14 30 Uhr, Intention und Innovation. Panelleitung: Franziska Ploetz

Clemens Woldan: (Salzburg) Provokation und Innovation Hauptmanns „Kollege Crampton

Sotera Fornaro (Santa Maria, Capua Vetere): Gerhart Hauptmann, der Mythos der Atriden und die griechische Tragödie während des Nationalsozialismus

Freitag 14. November 15 00– 17 00 Uhr Darstellung und Wahrnehmung. Panelleitung: Marc Schweissinger

Grazyna Szewczyk (Warschau): Die Reformer und Rebellen in den Dramafragmenten und Stücken  von Gerhart Hauptmann : Die Wiedertäufer, Magnus Garbe, Die Hohe Lilie

Gerd-Hermann Susen (Berlin): Zeitgleiche „Uraufführungen“ von Dorothea Angermann

Romano Mombelli (Bern): Eine Dramentextrevision im Rahmen der Uraufführung, dargestellt an exemplarischen Beispielen aus dem avant-texte Gerhart Hauptmanns „Michael Kramer“ (1900).

Freitag 14. November17 30 – 19 00 Uhr: Determination and Abweichung. Panelleitung: Franziska Ploetz

Martha Burkart (Würzburg): Zwischen Determiniertheit und Willensfreiheit. Der Suizid als ultima ratio in Hauptmanns frühen Milieudramen

Marc Schweissinger (Cardiff): Nachklang und Widerspruch: „Rose Bernd“ und das bürgerliche Trauerspiel

19 00 Uhr Schlusswort und Dank der Veranstalter

Rüdiger Bernhardt (Bergen i. V.): „Gerhart Hauptmann –  Rübezahl im Armenhause“ (Peter Hille) Gerhart Hauptmanns Verhältnis zu Peter Hille als Ausdruck seiner Beziehungen zu Mensch, Politik und Natur (Rüdiger Bernhardt wird nicht an der Konferenz selbst teilnehmen können, seinen Beitrag aber für den Konferenzband liefern.)

Gefördert durch die (ALG) Arbeitsgemeinschaft Literarischer Gesellschaften und Gedenkstätten aus Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Mitgliederversammlung 2024 am 16. November im ehemaligen Wohnhaus des Verlegers Samuel Fischer

Liebe Mitglieder und Freunde der Gerhart-Hauptmann-Gesellschaft,

die Mitgliederversammlung der GHG wird dieses Jahr im Haus seines Verlegers Samuel Fischer in der Erdener Straße 8 am Samstag, den 16. November 2024, stattfinden.

Fischer war nicht nur der Verleger Hauptmanns, sondern auch sein Freund. In seiner Villa traf Hauptmann mit bedeutenden Schriftstellern zusammen wie im Jahr 1903 zum ersten Mal mit Thomas Mann. Fischers Frau Hedwig und Hauptmanns Frau Margarete musizierten dort gemeinsam und spielten gerne Werke von Bach oder Hauptmann fuhr mit Schriftstellerkollegen wie Richard Dehmel hinaus in den Grunewald. Häufig findet sich im Tagebuch Hauptmanns einfach die Eintragung „Grunewald“, wenn er wieder einen Abend oder Tag in der Gesellschaft seines Verlegers verbrachte, dem er Zeit seines Lebens eng verbunden blieb.

Vom Bahnhof Grunewald erreicht man die Erdener Straße 8 entweder gut zu Fuß oder mit der Buslinie M 19 in wenigen Minuten.

Ablauf der Mitgliederversammlung, 16. November 2024 15:30 Uhr

Wohnhaus S. Fischer, Villa Erdener Straße 8, 14193 Berlin

Tagesordnung

1. Begrüßung und Verabschiedung der Tagesordnung

2. Finanzbericht des Schatzmeisters u. Kassenprüfbericht

3. Jahresberichte des 1. u. 2. Vorsitzenden

4. Entlastung des Vorstands

5. Neuwahl des Vorstandes

6. Informationen aus den Hauptmann-Häusern in Deutschland u. Polen

7. Ausblick 2025: Internationales Symposium Gerhart Hauptmann und das Theater (Theodor-Fontane-Saal, Staatsbibliothek Berlin, Unter den Linden 8)

8. Sonstiges

Bitte teilen Sie uns schriftlich mit (SchweissingerM@Cardiff.ac.uk), ob sie teilnehmen werden.

Call for Papers: Gerhart Hauptmann und das Theater

Gerhart Hauptmann hat die deutschsprachige Kultur gegen Ende des 19. Jahrhunderts durch seine naturalistischen Dramen entscheidend geprägt. In den darauffolgenden Jahrzehnten hat er das eigene dramatische Schaffen stetig überarbeitet und fortentwickelt. Dabei haben auch impressionistische, neuromantische und expressionistische Einflüsse sowie die Neue Sachlichkeit ihre Spuren im dramatischen Schaffen Hauptmanns hinterlassen.

Das Symposium „Gerhart Hauptmann und das Theater“ soll den Fokus besonders auf bislang kaum untersuchte Aspekte in Hauptmanns dramatischem Schaffen richten und damit neue Perspektiven auf sein Werk ermöglichen. Einzeluntersuchungen seiner Theaterstücke, Betrachtungen der Epochen seines Schaffens sowie Untersuchungen von Hauptmanns theatertheoretischen Überlegungen sind dabei ebenso willkommen wie Untersuchungen zur Rezeption seines dramatischen Werkes von seiner Zeit bis in unsere Gegenwart.  

Das Symposium wird vom Gerhart-Hauptmann-Haus auf Hiddensee, dem Gerhart-Hauptmann-Museum in Erkner und der Gerhart-Hauptmann-Gesellschaft organisiert und findet am 13. und 14. November 2025 in der Freien Universität Berlin statt.

Themenvorschläge mitsamt einer Kurzbeschreibung von 250 Wörtern richten Sie bitte bis spätestens zum 30. November 2024 an Marc Schweissinger: SchweissingerM@Cardiff.ac.uk

Beitragsvorschläge von Wissenschaftlern aus dem Ausland sind explizit erwünscht.

Mitgliederversammlung 2023 und Besuch der Liebermann-Villa

Liebermann-Villa am Wannsee, Sommerhaus des Malers Max Liebermann
Sommerhaus des Malers Max Liebermann (1847-1935): Die Liebermann-Villa am Wannsee. Foto: Marc Schweissinger

Die Gerhart-Hauptmann-Gesellschaft traf sich am 18. November 2023 anlässlich der jährlichen Mitgliederversammlung in der Liebermann-Villa am Wannsee zu einer Führung, die das Verhältnis des Malers Max Liebermann und des Schriftstellers Gerhart Hauptmann zum Thema hatte.


Bereits 1893 hatte Liebermann Gerhart Hauptmann gezeichnet. Besonders bekannt ist sein Ölporträt von 1912. Für Liebermann war Hauptmann „der deutsche Dichter, auch weil er so aussieht“. Ebenso ist von ihm der Ausspruch überliefert: „Einen schöneren Kopf gibt’s kaum“ (beides Nachzulesen in Peter Sprengels Biographie „Gerhart Hauptmann: Bürgerlichkeit und großer Traum“, 2012). Vom freundschaftlichen Kontakt des Malers und des Schriftstellers zeugt nicht zuletzt ein Artikel, den Hauptmann 1917 zum 70. Geburtstag von Liebermann verfasste. Auch trafen sich die beiden oft am Brandenburger Tor, wo Liebermann wohnte, wenn Hauptmann im nahegelegenen Adlon abstieg.

Nach der Führung fand die Mitgliederversammlung im Restaurant „Haus Sanssouci“ statt, wo der neue Band der Gerhart-Hauptmann-Gesellschaft, „Gerhart Hauptmann und die Natur“, vorgestellt wurde und eine erste Besprechung im Hinblick auf die kommende internationale Konferenz „Gerhart Hauptmann und das Theater“, stattfand, die für November 2025 geplant ist.

Einladung zur Mitgliederversammlung 2023 und Führung in der Liebermann-Villa

Sehr geehrte Mitglieder der Gerhart-Hauptmann-Gesellschaft!

Nun liegt unsere Tagung Gerhart Hauptmann und die Natur, die wir erfolgreich in Kooperation mit der Staatsbibliothek zu Berlin abgehalten haben, beinahe ein Jahr zurück. In der Zwischenzeit haben wir den Tagungsband zur Konferenz fast fertiggestellt und freuen uns darauf, ihn bei der Mitgliederversammlung am Samstag, den 18. November 2023 an sie verteilen zu dürfen.

Da das Museum in Erkner zurzeit wegen Umbauarbeiten geschlossen ist, möchten wir Sie stattdessen zu einer Führung in die Liebermann-Villa am Wannsee (Colomierstraße 3), am 18. November, um 15:30 Uhr einladen. Wie Sie wissen, hat Max Liebermann einige der bedeutendsten Gerhart-Hauptmann-Porträts gemalt, so hat sich ein Besuch im Liebermann-Haus einfach angeboten. Wir haben danach einen Raum im Haus Sanssouci (Am Großen Wannsee 60) gemietet, das nur wenige Schritte entfernt liegt. Dort werden wir unsere Mitgliederversammlung abhalten (siehe: Programm unten), unseren Band zur Konferenz vorstellen, verteilen und hinterher gemeinsam zu Abend essen. Würden Sie uns bitte mitteilen, ob Sie kommen können, so dass wir entsprechend Plätze reservieren können?

Anfahrt: S-Bahnhof Berlin-Wannsee (S1, S7 & RE1) mit Anschluss Bus 114 bis zu Haltestelle Liebermann-Villa

Ablauf der Mitgliederversammlung

Tagesordnung

1. Begrüßung und Verabschiedung der Tagesordnung

2. Finanzbericht des Schatzmeisters u. Kassenprüfbericht

3. Jahresberichte des 1. u. 2. Vorsitzenden

4. Entlastung des Vorstands

5. Vorstellung und Verteilung des Tagungsbandes: Gerhart Hauptmann und die Natur

6. Informationen aus den Hauptmann-Häusern in Deutschland u. Polen

7. Ausblick 2024

8. Sonstiges

Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie an der Führung, der Mitgliederversammlung und am  gemeinsamen Abendessen teilnehmen könnten.

1. Vorsitzender – Dr. Marc Schweissinger           

2. Vorsitzende – Eva Wiegand-Eisenhofer

Tagungsprogramm: „Gerhart Hauptmann und die Natur“ am 17. und 18.11.22 in Berlin

Tagungsprogramm: Gerhart Hauptmann und die Natur

Donnerstag 17 November 2022, Adolf von Harnack Saal, Unter den Linden 8, Staatsbibliothek zu Berlin

14 30 Uhr: Eröffnung: Eef Overgaauw   Leiter der Handschriftenabteilung, Staatsbibliothek zu Berlin.

Grußworte der Gerhart-Hauptmann-Gesellschaft, des Gerhart Hauptmann Museums (Erkner) und des Gerhart Hauptmann Hauses auf Hiddensee.

Theoretische Grundlegung, Panel-Leitung: Eef Overgaauw

15 00 – 15. 30 Uhr: Christine Kanz,Cluster Mitte Linz und Salzburg [WebEx]: Nature Writing: Traditionen – Kontroversen – (Neu) Entwürfe

15 45 – 16 15 Uhr: Peter Sprengel, Berlin: Gerhart Hauptmann, die Natur, der Naturalismus und Nature Writing

Gerhart Hauptmann, die Natur, der Naturalismus und Nature Writing

16 30 – 17 00 Uhr: Franziska Ploetz, Hiddensee: Lektüre Gerhart Hauptmanns: Thoreau und Dickinson – dazu ein Haus am äußersten Rand des Meeres

17 00 – 17 30 Uhr: Diskussion

17 30 – 18 00 Uhr Büchertisch mit dem Quintus-Verlag

19 30 Uhr Gemeinsames Abendessen der Tagungsteilnehmer

Freitag, 18. November 2022, Adolf von Harnack Saal, Staatsbibliothek zu Berlin

Natur, Magisches und Tiermetaphorik, Panel-Leitung: Franziska Ploetz

9 30 – 10 00 Uhr: Christopher Meid, Freiburg: Natur im „Bogen des Odysseus“

10 15 – 10 45 Uhr: Daria Santini, London: Ratten, Motten, Berliner Hyänen. Tiermetaphorik in Gerhart Hauptmanns ‘Die Ratten’

11 00 – 11 30 Uhr: Sascha Kiefer, Saarbrücken: Zurück zur Naturmagie? Hauptmanns neuromantisches Märchendrama Die versunkene Glocke (1896)

11 30 – 12 00 Uhr Diskussion

12 00 – 13 30 Uhr Mittagspause

Männliches, Weibliches und Nature Writing, Panel-Leitung: Marc Schweissinger

13 30 – 14 00 Uhr: Miroslawa Czarnecka, Wroclaw: Gerhart Hauptmann über die “Natur des Weibs“ oder warum scheitert er an der “Neuen Frau“?

14 15 – 14 45 Uhr: Hans-Joachim Hahn, Aachen/Basel: Natur, Volk und „Muttererde“ – Kunst und Männlichkeit bei Gerhart Hauptmann

15 00 – 15 30 Uhr: Peter Langemeyer, Østfold: Nature Writing im Naturalismus? Zu Gerhart Hauptmanns ‚Bahnwärter Thiel‘, ‚Vor Sonnenaufgang‘ und ‚Die Ratten‘

15 30 – 16 00 Uhr: Diskussion

16 00 – 16 30 Uhr Kaffeepause

Natur als Konzeptionelle Grundlage, Panel-Leitung: Franziska Ploetz

16 30 – 17 00 Uhr: Anne Wagniart, Paris: Antikisierende Verfremdung der Natur in Gerhart Hauptmanns Reisebericht griechischer Frühling und in den Tagebuchaufzeichnungen

17 15 – 17 45 Uhr: Malte Denkert, St. Peter Ording

[WebEx]:       Gerhart Hauptmanns Griselda

18.00-18.30 Uhr: Barbara Szewczyk, Warschau/

Kattowice:            Die Natur in den Gedichten von Gerhart Hauptmann

18 45 – 19 15 Uhr: Marc Schweissinger, Cardiff: Natur als Handlungsträger in den Novellen Fasching, Bahnwärter Thiel und Der Ketzer von Soana

19 15 – 19 45 Uhr: Abschlussdiskussion

20 00 Uhr: Gemeinsames Abendessen der Tagungsteilnehmer

Samstag, 19. November: Exkursion der Tagungsreferenten und Tagungsteilnehmer zum Gerhart-Hauptmann-Haus auf Hiddensee

Call for Papers zur Tagung „Gerhart Hauptmann und die Natur“

Die Gerhart-Hauptmann-Gesellschaft lädt in Kooperation mit der Staatsbibliothek zu Berlin, der Gerhart-Hauptmann-Stiftung Kloster auf Hiddensee und dem Gerhart-Hauptmann-Museum Erkner zu einer internationalen Tagung vom 17. bis zum 19. November 2022 in der Staatsbibliothek zu Berlin, zum Thema ‘Gerhart Hauptmann und die Natur’, ein.

Fortschreitende Naturzerstörung und der damit einhergehenden Klimawandel zeigen die Aktualität von Fragen, die bereits die Literatur der frühen Moderne aufwarf. Die Tagung „Gerhart Hauptmann und die Natur“ soll Gerhart Hauptmanns Verhältnis zum Thema „Natur“ beleuchten und lädt dazu ein, diese Erkenntnisse in aktuelle Diskurse um Klimawandel und „Nature writing“ zu stellen. Natur als Stichwortgeberin des „Naturalismus“ und als Gegenbegriff zur Zivilisation, die im Zuge der zunehmenden Urbanisierung um 1900 in den Fokus rückt, sollen ebenso wie die Diskurse um Darwinismus und Monismus und die anthropologische Dimension des Begriffes beleuchtet werden. Ein detailliertes Abstract finden sie im Folgenden.

 

Termin: 17. – 19. November 2019
Ort: Adolf von Harnack Saal, Unter den Linden 8, Staatsbibliothek zu Berlin
Redezeit: 30 Minuten
Konferenzsprache ist Englisch und Deutsch
Die Publikation der Tagungsbeiträge soll in der Schriftenreihe der Gerhart-Hauptmann-Gesellschaft und der Gerhart-Hauptmann-Häuser als 2. Band im Quintus Verlag erscheinen.
Das Thema Ihres Vortrages und/oder eine Zusammenfassung von 250 bis 300 Wörtern teilen Sie uns bitte an folgende Email Adresse mit: SchweissingerM@Cardiff.ac.uk

Gerhart Hauptmann und die Natur

Natur als äußere Natur/Realität/Wirklichkeit (vgl. Arno Holz: Kunst = Natur – x)

Dazu gehören alle Diskussionen über Hauptmanns zwiespältiges Verhältnis zum „Naturalismus“ und die Theorie dieser oft als Ausgangspunkt der Moderne aufgefassten, sich teils dezidiert auf das Vorbild der Naturwissenschaften berufenden Richtung.

Bemerkenswerterweise nimmt Hauptmann, wenn er seinen eigenen ästhetischen Standpunkt bezeichnet (vorzugsweise mit dem Begriff „Realismus“) auf ein Paradigma aus den nachfolgend benannten Bedeutungskomponenten von „Natur“ Bezug: „Wenn ich das Wort Realismus höre, so denke ich etwa an eine grasende Kuh. Spricht jemand von Naturalismus, so sehe ich Emile Zola vor mir mit einer dunkelblauen großen Brille“ (CA XI 760; ähnlich auch in der unten zitierten Rede Der Baum von Gallowayshire). Insofern lohnt sich die Überlegung, was Naturalismus und „nature writing“ (in der deutschen Gegenwartsliteratur beispielsweise bei Judith Schalansky) miteinander zu tun haben.

Natur als Gegenbegriff zu Stadt oder menschlichem Siedlungsraum (etwa im Sinn von: unberührte oder in sehr ursprünglicher Weise bebaute Landschaft) gewann im Zuge der Großstadt- und Zivilisationskritik um 1900, insbesondere der Lebensreformbewegung, geradezu programmatische Bedeutung. Als aktuelle Vergleichspunkte bieten sich heute Naturschutz bzw. grüne Umwelt- und Klimapolitik an.

Hauptmann folgt dieser Programmatik oder antizipiert sie fast in der Wahl seiner Wohnorte (Erkner statt Moabit, Wiesenstein im Riesengebirge, verschiedene Aufenthalte und schließlicher Hauskauf auf Hiddensee). Produktiv erweist sich dabei besonders der Erkner-Aufenthalt durch die Entdeckung und literarische Vergegenwärtigung einer spezifischen Vorort-Natur – man denke an den vom Schienenstrang durchschnittenen Forst in Bahnwärter Thiel oder die Naturalien-Delikte (Wilderei, Biberpelz- und Brennholz-Diebstahl) in Hauptmanns frühem, am Rand der Großstadt angesiedeltem Lustspiel.

Auch die Reisen nach Oberitalien und Griechenland lassen sich großenteils diesem „Natur“-Kult zuordnen, ja thematisieren das Kultische daran geradezu im Aufspüren archaischer Fruchtbarkeitsreligionen etc. (siehe Griechischer Frühling, Der Ketzer von Soana, aber auch Grabgeburt und Name des Protagonisten „Erdmann“ im Neuen Christophorus)

Daran schließt sich der (pseudo-)rousseauistische Impuls eines „Zurück zur Natur“ an, dessen letzte Konsequenzen bei Hauptmann aber stets ironisiert oder tragisch gebrochen werden; vgl. die Südsee-Erzählungen Die Insel der Großen Mutter und Das Meerwunder.

Natur als Sammelbezeichnung für Tiere und Pflanzen aller Art und ihre Lebensgesetze

Der Blick auf die Verhältnisse in Fauna und Flora gewann durch den Darwinismus und den auf ihn aufbauenden (ihn gleichzeitig auch verwässernden) Monismus neue weltanschauliche Bilanz; für Hauptmann wird ein solcher philosophisch-religiöser Blick auf die Natur vor allem durch die Freundschaft mit Wilhelm Bölsche relevant (der auf die Naturwissenschaftlichen Grundlagen der Poesie den Bestseller Das Liebesleben in der Natur folgen ließ). Andererseits ist ihm das darwinistische Denken in Zucht- und Vererbungskategorien seit frühster Zeit durch Alfred Ploetz vertraut (siehe unten). In einer Rede von 1928 sieht Hauptmann die Entwicklung des deutschen Dramas insgesamt in Analogie zum Wachstum eines alten Baumes, der sich im Lauf der Zeiten von einer Mauer losmacht und den „Mutterboden“ (!) sucht (CA VI 789). Angesichts der Virulenz der Tier-Metaphorik bei Hauptmann bietet sich eine Erprobung von Fragestellungen aus dem Bereich aktueller Animal Studies an. Dabei geht es schon aus Gattungsgründen (Hauptmann als Dramatiker!) regelmäßig um die Übertragung auf den Menschen, nämlich:

Natur als anthropologische Dimension:

Die Anschauung des Menschen als Natur- und das heißt in erster Linie Triebwesen gehört zum Grundbestand des Naturalismus und ist schon von Zola vorbuchstabiert worden. Bei Hauptmann kristallisiert sie sich um mehrere Schwerpunkte: die Auffassung der Frau als Muttertier, die sich in Schwangerschaft und Geburt dem natürlichen Lebenszyklus angleicht (Rose Bernd, Insel der Großen Mutter), die Auffassung des (männlichen!) Schaffensprozesses als Zeugungsakt, die Aufwertung der Sexualität überhaupt als ‚natürlicher‘ Lebensäußerung, ja Erfüllung des Lebens und die Deutung zwischenmenschlicher Konflikte als Akt tierischer Aggression: ironisch schon in der Konkurrenz von Wölfin und Wehrhahn im Biberpelz, ernster schon in den Ratten, in denen der Mörder Bruno eine tierische Physiognomie zu tragen und sich das Verhalten der Großstadtmenschen vom Theaterdirektor an nach dem Vorbild einer Nagetierwelt zu organisieren scheint. Hauptmann kokettiert verschiedentlich mit dem Modell eines moralinfreien „Elementaren“ – in seinen Statements zum Ersten Weltkrieg ebenso wie im Dramenfragment Wenn der Hirsch schreit. Gegen eine regelrechte Gleichsetzung von Tier und Mensch dagegen hat er sich wiederholt energisch verwahrt: in der frühen Kritik an Ploetz’ Zuchtwahl-Konzept in Vor Sonnenaufgang, in der Ablehnung von Nietzsches „Übermensch“ 1933 und der Kritik an den nationalsozialistischen Rassegesetzen, die noch in der Problematisierung der Euthanasie-Politik in den Entwürfen zum Märchen nachklingt.
Als Schwerpunkte einer Tagung zum Thema „Gerhart Hauptmann und die Natur“ bieten sich demnach (bei Zusammenziehung des dritten und vierten Aspekts) mindestens drei Programmschwerpunkte oder Sektionen an:
A. Naturalismus und Nature writing
B. Naturerlebnis und Naturkult im Zeitalter der Naturzerstörung
C. Animal world im Drama?

Mitgliederversammlung der Gerhart-Hauptmann-Gesellschaft am 14. November 2021

Im letzten Jahr musste die Mitgliederversammlung ausfallen. In diesem Jahr dürfen wir sie (unter 3G) endlich stattfinden lassen und dazu laden wir Sie ganz herzlich ein! Diesmal an einem Sonntag.

14. November 2021

14.00 Uhr im Gerhart-Hauptmann-Museum Erkner
Tagesordnung:

1. Begrüßung (Herr Dr. de Bruyn)

2. Berichte des ersten und zweiten Vorsitzenden (Herr Dr. de Bruyn und Herr Dr. Schweißinger)

3. Kassenbericht (Herr Beck)

4. Kassenprüfungsbericht (Herr Rohlfs)

5. Berichte aus den Gerhart-Hauptmann-Häusern (Frau Ploetz, Herr Rohlfs, Vertreter

aus Polen)

6. Entlastung des Vorstands / Schatzmeisters

7. Neuwahl des Vorstands

8. Sonstiges


Wir hoffen auf Ihre zahlreiche Beteiligung und freuen uns sehr, Sie wieder in Erkner zu treffen. Im Anschluß der Versammlung gibt es die Möglichkeit, sich im gegenüberliegenden Restaurants Bechsteins zu gemeinsamen Gesprächen zusammenzusetzen.

14. November 2021

14.00 Uhr im Gerhart-Hauptmann-Museum Erkner
Tagesordnung:

1. Begrüßung (Herr Dr. de Bruyn)

2. Berichte des ersten und zweiten Vorsitzenden (Herr Dr. de Bruyn und Herr Dr. Schweißinger)

3. Kassenbericht (Herr Beck)

4. Kassenprüfungsbericht (Herr Rohlfs)

5. Berichte aus den Gerhart-Hauptmann-Häusern (Frau Ploetz, Herr Rohlfs, Vertreter

aus Polen)

6. Entlastung des Vorstands / Schatzmeisters

7. Neuwahl des Vorstands

8. Sonstiges


Wir hoffen auf Ihre zahlreiche Beteiligung und freuen uns sehr, Sie wieder in Erkner zu treffen. Im Anschluß der Versammlung gibt es die Möglichkeit, sich im gegenüberliegenden Restaurants Bechsteins zu gemeinsamen Gesprächen zusammenzusetzen.

Mitgliederversammlung am 14. November 2020 fällt aus

Liebe Mitglieder der Gerhart-Hauptmann-Gesellschaft,

aufgrund der aktuellen Gegebenheiten, müssen wir Sie darüber informieren, daß die geplante Mitgliederversammlung am 14. November nicht stattfindet. Einen neuen Termin haben wir noch nicht festgelegt, werden Sie aber rechtzeitig informieren.

Kommen Sie bestmöglich über die nächsten vier Wochen. Bleiben Sie gesund!

Mit freundlichen Grüßen

i.A. Stefan Rohlfs