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Die Gerhart-Hauptmann-Gesellschaft e.V., Berlin

Von Klaus Hildebrandt

Geschichte – Zielsetzung – Aufgaben

Am 6. Juni 1946 starb Gerhart Hauptmann in seinem Haus »Wiesenstein« in dem schlesischen Gebirgsdorf Agnetendorf / Riesengebirge, das damals seit einem Jahr unter polnischer Verwaltung stand. Schon sechs Jahre nach dem Tode des Dichters fanden sich Angehörige und Freunde des großen Schlesiers sowie Prominenz aus Kultur, Wissenschaft und Wirtschaft zusammen, um am 6. Juli 1952 in Baden-Baden die Gerhart-Hauptmann-Gesellschaft zu gründen. Einem Zeitungsbericht vom 5. Juli 1952 konnte man als Vorankündigung entnehmen: »Am Sonntag findet in Baden-Baden die Gründungsversammlung der Gerhart-Hauptmann-Gesellschaft statt […]. Zweck der Gesellschaft ist es, das Andenken an Gerhart Hauptmann zu pflegen und zu erhalten. […] Die Aufgabe der Gesellschaft ist, die Errichtung von Gerhart-Hauptmann-Gedenkstätten anzubahnen, solche Bestrebungen zu unterstützen und gemeinsam mit der Erbin dazu beizutragen, daß das Andenken an Gerhart Hauptmann im abendländischen Kulturkreis lebendig bleibt. Von Baden-Baden aus wird die Gesellschaft in diesem Sinne eine weithin ausstrahlende, segensreiche Wirksamkeit entfalten.« (Badisches Tageblatt vom 5. Juli 1952) Die genannte Erbin war Frau Margarete Hauptmann (geb. 1875), die damals im Sanatorium Ebenhausen im Isar-Tal lebte. Sie starb dort  am 17. Januar 1957.

Der erste Vorsitzende des neuen Vereins war der Rechtsanwalt und Schriftsteller Prof. Dr. Carl Haensel (1889–1968), der zum Freundeskreis Dr. Benvenuto Hauptmanns (1900–1965) gehörte. Die enge Verbindung der Gesellschaft mit dem jüngsten Sohn Gerhart Hauptmanns und mit Frau Barbara Hauptmann war für die frühen Jahre des Vereins kennzeichnend. Es ging in dieser frühen Phase der Gerhart-Hauptmann-Gesellschaft vorrangig um die Bewahrung des Archivs, also der Teile des Nachlasses, die Dr. C.F.W. Behl Ende Februar / Anfang März 1945 nach Schloß Kaibitz bei Kemnath zu Erich Ebermayer gebracht hatte und die dort zunächst durch Dr. Felix A. Voigt und Dr. C.F.W. Behl betreut wurden; seit dem 18. Dezember 1945 befanden sich die Tagebücher, Notizbücher und unveröffentlichten Texte in der Obhut Benvenuto Hauptmanns, des Sohnes aus der zweiten Ehe des Dichters. Andere Teile des Nachlasses wurden in Ost-Berlin aufbewahrt, wohin sie gelangt waren, als man im Juli 1946 den toten Dichter in einem Sonderzug zunächst bis Berlin-Müggelheim brachte – mit der Witwe und dem größten Teil der Einrichtung des Hauses »Wiesenstein«. Der Tote wurde dann per Lkw zunächst nach Stralsund gebracht, wo am 27. Juli eine Trauerfeier im Rathaus stattfand. Die Beisetzung fand am 28. Juli 1946 auf dem Friedhof in Kloster auf Hiddensee statt. In Kloster besaß Gerhart Hauptmann seit 1930 das Haus »Seedorn«; seine Einrichtung und seine Bibliothek überstanden das Kriegsende ganz anders als das ursprünglich im Hause »Wiesenstein« Befindliche; alles blieb geschlossen erhalten und bildete den Kern der späteren Gedenkstätte.

Als sich Benvenuto und Barbara Hauptmann zum Verkauf des in ihrem Besitz befindlichen Nachlasses (er wurde in Ronco im Tessin aufbewahrt) entschlossen, leistete Prof. Dr. Helmut Külz (1903–1985), Gerhart Hauptmanns Rechtsanwalt und Testamentsvollstrecker, wertvolle Hilfe. Er übernahm nach Carl Haensel den Vorsitz der Gerhart-Hauptmann-Gesellschaft und behielt ihn bis zu seiner Pensionierung als Vizepräsident des Bundesverwaltungsgerichts in Berlin bei. Es gelang ihm im Jahre 1968, die Stiftung Preußischer Kulturbesitz in West-Berlin zu bewegen, die wertvollen Dokumente für die Handschriftenabteilung der Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz zu kaufen. Er erwarb sich auch große Verdienste um die Edition der Centenar-Ausgabe (1962 ff.).

Der Auswertung des reichen Materials nahm sich insbesondere Dr. Martin Machatzke an, der in der von der Freien Universität Berlin innerhalb der Germanistik geschaffenen Textkritischen Arbeitsstelle wichtige Arbeit für die ab 1962 von Prof. Dr. Hans-Egon Hass herausgegebene elfbändige Centenar-Ausgabe zum 100. Geburtstag des Dichters leistete und darüber hinaus mit der Veröffentlichung der Tage- und Notizbücher Gerhart Hauptmanns begann.

Nachdem der schriftliche Nachlaß gesichert und die Arbeit daran weitgehend geleistet war, wurde es Ende der sechziger Jahre stiller in der und um die Gerhart-Hauptmann-Gesellschaft. Die Familie Hauptmann, insbesondere Frau Barbara Hauptmann, unterstützte Anfang der siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts neue Aktivitäten. Prof. Dr. Helmut Külz schlug als seinen Nachfolger im Amt des Vorsitzenden der Gerhart-Hauptmann-Gesellschaft e. V. den Schriftsteller Wolfgang Paul (geb. am 8. Dezember 1922 in Berlin) vor. Wolfgang Paul, der damals (1973) Vorsitzender des (West-)Berliner Landesverbandes des Verbandes deutscher Schriftsteller war, wurde gewählt. Er richtete das Sekretariats des Vereins, dessen Sitz 1972 nach Berlin verlegt worden war, in seiner Wohnung in der Bismarckallee 14 ein. Martin Machatzke (1933–1988) stand ihm viele Jahre lang beiseite, zuletzt als Schatzmeister (bis 1986) und 2. Vorsitzender.

Wolfgang Paul starb am 5. Januar 1993 in Berlin. Seine Arbeit übernahm Dr. Klaus Hildebrandt (2. Vorsitzender seit 1988) bis zur Wahl eines Nachfolgers kommissarisch. Im November 1993 wurde Dr. Gustav Erdmann, der Leiter des Gerhart-Hauptmann-Museums Erkner, zu Wolfgang Pauls Nachfolger gewählt. Schon am 26. Mai 1994 erlag er aber einer schweren Krankheit. Im November 1994 wählte die Mitgliederversammlung Dr. Klaus Hildebrandt zum 1. Vorsitzenden. Eine Neuerung zu Beginn seiner Tätigkeit war die Berufung eines Kuratoriums durch die Mitgliederversammlung.

Frau Hanna Paul setzte ihre Arbeit als Schriftführerin und Leiterin des Sekretariats vom November 1994 bis November 2000 fort; dann leitete sie bis zu ihrem Tode am 31. Oktober 2001 weiterhin das Sekretariat. Dieses – nun »Geschäftsstelle« genannt – führte ab November 2001 Herr Dr. Christian Büttrich (Berlin). Die Geschäftsstelle übernahm nach Dr. Büttrichs Tod (24. Oktober 2004) am 13. November 2004 Stefan Rohlfs, der Leiter des Gerhart-Hauptmann-Museums Erkner; er ist schon seit November 2003 stellvertretender Vorsitzender unseres Vereins.

Blenden wir zurück! Viele Jahre lang sah die Gerhart-Hauptmann-Gesellschaft eine wichtige Aufgabe darin, mit den Gerhart-Hauptmann-Gedenkstätten, die sich in der DDR einschließlich Ost-Berlin befanden, Kontakt zu halten: mit der Gerhart-Hauptmann-Forschungs- und Gedenkstätte (1958–1981) im Märkischen Museum zu Berlin, mit der Gerhart-Hauptmann-Gedenkstätte (1956 gegründet) in Kloster auf Hiddensee und mit der Gerhart-Hauptmann-Gedenkstätte (1962 ins Leben gerufen) in Erkner, dem späteren Gerhart-Hauptmann-Museum (am 14. November 1987 der Öffentlichkeit übergeben). In den Jahrzehnten der Teilung Deutschlands waren im Grunde nur persönliche Kontakte möglich. Enge persönliche Verbindungen zum Leiter des Gerhart-Hauptmann-Museums Erkner, Dr. Gustav Erdmann, pflegte insbesondere Dr. Machatzke. Er nahm z. B. an den Feiern zum 125. Geburtstag Gerhart Hauptmanns 1987 in Erkner teil, und er war dabei behilflich, wenn es darum ging, den Bestand des Museums durch Ankauf und Schenkung zu erweitern. Nach dem frühen Tod Martin Machatzkes (1988) hielt Wolfgang Paul die persönlichen Kontakte zu Dr. Erdmann aufrecht. Auch die langjährige Freundschaft des 1. Vorsitzenden mit Gustav Erdmann machte es möglich, die enge Verbindung mit dem Leiter des Gerhart-Hauptmann-Museums Erkner zu erhalten. Zur Gerhart-Hauptmann-Gedenkstätte in Kloster auf Hiddensee hatte die Gerhart-Hauptmann-Gesellschaft ebenfalls eine gute Beziehung. Da Dr. Gustav Erdmann als Gerhart-Hauptmann-Experte viele Jahre lang der wissenschaftliche Betreuer dieser Gedenkstätte war, fiel das nicht schwer. Doch auch zu Frau Dr. Sonja Kühne, seit 1986 Leiterin der Gedenkstätte, gab es schon vor der »Wende« eine persönliche Verbindung. Die Gerhart-Hauptmann-Gesellschaft pflegte, wie dargelegt, in den Jahren der Teilung Deutschlands zwar stets gute persönliche Kontakte (übrigens auch zu Alfred Dreifuß, von 1962 bis 1977 Leiter der Gerhart-Hauptmann-Forschungs- und Gedenkstätte im Märkischen Museum), und half dabei, das Zusammengehörigkeitsgefühl zu bewahren, hatte aber keine Möglichkeit, ihren Mitgliedern den Zugang zu den Bücherbeständen und Gedenkstätten, die im anderen Teil Deutschlands lagen, zu erleichtern.

Bis zur »Wende« war es den Bürgerinnen und Bürgern der DDR einschließlich Ost-Berlin von seiten der Regierung nicht erlaubt, offiziell Mitglied der Gerhart-Hauptmann-Gesellschaft e. V. zu werden, die ihren Sitz in der »besonderen politischen Einheit West-Berlin« hatte. Die Vereinigung der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik (3. Oktober 1990) brachte den Beitritt etlicher Mitglieder aus den neuen Bundesländern und den östlichen Bezirken Berlins.

Seit dem Ende der deutschen Teilung ist es möglich, enge Beziehungen mit den Gerhart-Hauptmann-Stätten in Kloster auf Hiddensee (dort erwarb der Dichter 1930 das Haus »Seedorn«) und Erkner (in der dortigen Villa Lassen wohnte der Dichter mit seiner Familie von 1885 bis 1889) zu unterhalten. Seit November 1990 findet unsere Jahresversammlung im Gerhart-Hauptmann-Museum Erkner statt. An der engen Verbindung hat sich auch mit dem Tode Dr. Gustav Erdmanns, des Leiters, nichts geändert; auch seine Nachfolger traten unserem Verein bei und pflegten die guten Verbindungen weiter – bis hin zu Stefan Rohlfs, der unser 2. Vorsitzender und Geschäftsführer ist. Jahrelang waren wir im Beirat vertreten, erst durch Dr. Wolfgang Reuter, dann durch Dr. Christian Büttrich. Im März 1998 traten wir korporativ dem Förderverein bei. Wir sind jetzt auch Mitglied des Vereins zur Förderung der Gerhart-Hauptmann-Häuser, bei allen Zusammenkünften vertreten durch ein Mitglied unseres Vorstands.

Schon am 4. Oktober 1991 kamen der Vorstand und Mitglieder unseres Vereins in Kloster auf Hiddensee zusammen, um mit der Leiterin der Gedenkstätte, Frau Dr. Sonja Kühne, und den Erben des Hauses »Seedorn«, Frau Anja Hauptmann und Herrn Dr. Arne Hauptmann, über die Zukunft der Gedenkstätte zu beraten. Anfang Januar 1993 übernahm die Gerhart-Hauptmann-Gesellschaft e. V., Berlin, die vorläufige Trägerschaft für das Haus »Seedorn«, das als Privatbesitz nicht in den Händen der Gemeinde Kloster bleiben konnte und sollte. Am 1. Januar 1995 übernahm die am 14. April 1994 gegründete Gerhart-Hauptmann-Stiftung (Kloster) die endgültige Trägerschaft. Nach der Stiftungs-Satzung war es unsere Aufgabe, zwei Mitglieder der Gerhart-Hauptmann-Gesellschaft in den Vorstand der Stiftung zu delegieren und außerdem eine Persönlichkeit aus dem Bereich Literatur / Theater zu benennen. Nach der neuen Satzung vom 25. November 2000 ist es die Aufgabe unseres Vorstands, ein Mitglied des Vorstands der Gerhart-Hauptmann-Stiftung (Kloster) zu benennen.

Etliche Jahre lang gehörte unser Verein zu denen, die sich intensiv darum bemühten,  das Haus »Wiesenstein« in Agnetendorf / Riesengebirge einer neuen Bestimmung als Gerhart-Hauptmann-Gedenkstätte sowie als Forschungs- und Begegnungsstätte zuzuführen. Ende Juni 1998 ging die Nutzung des Hauses »Wiesenstein« als Kindererholungsheim zu Ende. Im Jahre 1999 kam der Plan, das Haus »Wiesenstein« einer neuen Bestimmung zuzuführen, seiner Verwirklichung entscheidend näher; es sollte die Gedenkstätte für Gerhart Hauptmann verwirklicht werden, die Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl und der polnische Ministerpräsident Tadeusz Mazowiecki am 14. November 1989 vereinbart hatten. Vom 18. bis zum 20. Juni 1999 fand in Schloß Lomnitz bei Hirschberg die entscheidende Zusammenkunft aller statt, die für die neue Nutzung des Hauses »Wiesenstein« eintraten. Im Herbst 1999 stimmte der Stadtrat von Hirschberg (Jelenia Góra) der Gründung des neuen Gerhart-Hauptmann-Hauses Hirschberg-Agnetendorf zu. Die treibende Kraft der nun folgenden Entwicklung war zweifelsohne Herr Dr. Peter F. Ohr, der neue deutsche Generalkonsul in Breslau (seit Juni 1945: Wrocław). Er war es auch, der dazu beitrug, daß die Gerhart-Hauptmann-Gesellschaft e. V., Berlin, von deutscher Seite im Beirat des Hauses vertreten war, der elf Personen umfaßte (sechs von polnischer und fünf von deutscher Seite). Als Mitglied des Beirats hatte Dr. Hildebrandt ein neues Ehrenamt inne; sein Vertreter war bis zu dessen Tode Dr. Christian Büttrich. Die erste Sitzung fand am 10. Juli 2000 statt. Der bewährte Rat des Gerhart-Hauptmann-Hauses in Hirschberg-Agnetendorf (Jelenia Góra-Jagniątków) kam am 11. März 2005 zum letzten Mal zusammen. Seit dem 1. Mai 2005 heißt die Einrichtung »Städtisches Museum Gerhart-Hauptmann-Haus« (»Muzeum Miejskie Dom Gerharta Hauptmanna«). Unser Verein fühlt sich diesem Museum eng verbunden und ist auch gerne bereit, mit dem Carl-und-Gerhart-Hauptmann-Museum in Schreiberhau (Szklarska Poręba) stärker in Kontakt zu treten. Eine Aufgabe besteht außerdem darin, mit dem neuen Museumsverbund Gerhart Hauptmann (Geschäftsstelle: Erkner), in dem alle vier Gedenkstätten zusammenwirken, in engen Kontakt zu treten; in den Museumsverbund wurde im Januar 2008 als fünfte Einrichtung Hohenhaus in Radebeul aufgenommen, mit dessen Eigentümer sich unser Verein eng verbunden fühlt.

Angebracht ist noch ein kurzes Wort zur Polnischen Gerhart-Hauptmann-Gesellschaft in Breslau (Wrocław). Unsere polnischen Mitglieder planten, wie mit Herrn Wolfgang Paul vereinbart, Ende der 80er Jahre eine Polnische Sektion der Gerhart-Hauptmann-Gesellschaft e. V., Berlin. Das Amtsgericht in Wrocław widersetzte sich diesem Vorhaben, und so konnte nur eine Polnische Gerhart-Hauptmann-Gesellschaft eingetragen werden. Aus dem Bestehen einer zweiten Gerhart-Hauptmann-Gesellschaft, die in Breslau ihren Sitz hat, ist aber keine Konkurrenzsituation entstanden. Wir stehen mit der langjährigen 1. Vorsitzenden, Frau Prof. Dr. Anna Stroka, in freundschaftlicher Verbindung; seit November 2000 ist sie eines unserer Ehrenmitglieder. Sehr gut sind auch unsere Kontakte zu Herrn Prof. Dr. Krzyzstof A. Kuczyński, dem neuen Präsidenten der Polnischen Gerhart-Hauptmann-Gesellschaft (seit Herbst 2008);  er ist Mitglied unseres Vereins und gehört seit dessen Gründung (November 1994) unserem Kuratorium an.

Die Gerhart-Hauptmann-Gesellschaft e. V., 1952 in Baden-Baden gegründet, seit 1972 mit ihrem Sitz in Berlin, hat Mitglieder in ganz Deutschland, in einigen europäischen Staaten, in Nordamerika, Asien und Australien. Es ist ein Kreis von Menschen, denen der Dichter Gerhart Hauptmann viel bedeutet. Man darf sich dabei nirgends der Illusion hingeben, Gerhart Hauptmann, Nobelpreisträger für Literatur im Jahre 1912, sei derzeit bei uns und weltweit besonders populär. Es gibt auf diesem Gebiet viel zu tun – nicht nur im Ausland!

Unsere wesentlichen Ziele sind in unserer Satzung (neueste Fassung: 9. November 2002) festgelegt. Hier heißt es in § 2.2: »Zweck des Vereins Gerhart-Hauptmann-Gesellschaft e. V. ist es, Werk und Persönlichkeit Gerhart Hauptmanns den Menschen näherzubringen und die mit ihm und seinen Zeitgenossen verbundene Literatur und Forschung zu pflegen. Der Verein dient dem Werk und dem Andenken Gerhart Hauptmanns durch Unterstützung der internationalen Gerhart-Hauptmann-Forschung und dieser Aufgabe gewidmeter wissenschaftlicher Arbeiten, durch die Herausgabe seiner Schriftenreihe und durch die Veranstaltungen von Tagungen und Zusammenkünften. Die Gesellschaft arbeitet zur Erfüllung des satzungsgemäßen Zweckes mit dem Gerhart-Hauptmann-Museum Erkner, dem Gerhart-Hauptmann-Haus Kloster auf Hiddensee und dem Gerhart-Hauptmann-Haus in Hirschberg-Agnetendorf (Jelenia Góra-Jagniątków) zusammen. Die Mitglieder werden durch ›Mitteilungen‹ über die Aktivitäten der Gesellschaft unterrichtet.« Ergänzend sei darauf hingewiesen, daß die jeweiligen Leiter der genannten Institutionen in Erkner, Kloster und Hirschberg-Agnetendorf dem Vorstand unseres Vereins angehören.

Der Information der Mitglieder und Freunde dienen, wie in der Satzung festgehalten, unsere »Mitteilungen«, die seit 1973 herausgegeben werden. Sie erscheinen in der Regel zweimal im Jahr. Diese »Mitteilungen« enthalten allgemein Wichtiges und stets auch aktuelle Literaturhinweise; diese werden von Bernhard Tempel (Hannover), Mitglied des Vorstands, betreut, der sich auf diesem Gebiet auf dem laufenden hält und kompetent berichten kann.

Seit dem Jahre 1999 gibt es die »Gerhart-Hauptmann-Blätter«, die ihren Leserinnen und Lesern »Literarisches – Biographisches – Kritisches« bieten. Es erscheinen in der Regel jährlich zwei Hefte; ein Sonderheft ist möglich, wenn der Vorstand mit seiner Herausgabe einverstanden ist. Herr Heinz Dieter Tschörtner gibt die Halbjahresschrift im Auftrag der Gerhart-Hauptmann-Gesellschaft e. V., Berlin, heraus; er und Herr Arne Gustavs sind als Redakteure tätig.

Seit 1980 gibt es die »Veröffentlichungen der Gerhart-Hauptmann-Gesellschaft e. V.«. Der Band 1 war »Gerhart Hauptmann und Erkner. Studien zum Berliner Frühwerk« von Walter Requardt und Martin Machatzke. Im August 2008 erschien der Band 14 unserer Schriftenreihe. Es handelt sich um das Buch »Hermann und Hedwig Stehr im Briefwechsel mit Gerhart und Margarete Hauptmann«, das Prof. Dr. Peter Sprengel (FU Berlin) herausgab. Peter Sprengel gehört  – beginnend mit Band 14 VGH – zum Herausgeberkreis der Schriftenreihe; das Ehrenmitglied Prof. Dr. Sigfrid Hoefert und Dr. Hildebrandt waren als Herausgeber übriggeblieben. Die Schriftenreihe wurde von Wolfgang Paul und Dr. Martin Machatzke begründet; sie sowie Prof. Dr. Walter A. Reichart und Prof. Dr. Hans Joachim Schrimpf bildeten zu Beginn die Herausgeberschaft. Die Schriftenreihe erscheint übrigens seit Beginn im Erich Schmidt Verlag (Berlin).

Die Gerhart-Hauptmann-Forschung bedarf immer wieder neuer Impulse. Diesem Ziel dient ein Gespräch, das Prof. Dr. Peter Sprengel einmal im Jahr mit jüngeren Literaturwissenschaftlerinnen und Literaturwissenschaftlern im Gerhart-Hauptmann-Museum Erkner führt, und zwar am Vormittag vor der Mitgliederversammlung.

Im Jahre 2012 jährt sich zum 150. Male Gerhart Hauptmanns Geburtstag und zum 100. Male der Tag der Verleihung des Nobelpreises für Literatur an den Dichter. Es gilt, sich auf dieses besondere Gerhart-Hauptmann-Gedenkjahr vorzubereiten. Die Gerhart-Hauptmann-Gesellschaft e. V., Berlin, will verstärkt dazu beitragen, »daß das Andenken an Gerhart Hauptmann im abendländischen Kulturkreis lebendig bleibt«, wie es schon in der bereits zitierten Pressenotiz des Badischen Tageblatts vom 5. Juli 1952 über die Gründung unseres Vereins hieß. Dazu werden wir mit allen Einrichtungen zusammenarbeiten, die in der Zielsetzung gleich sind, und wir werden Menschen als Mitglieder und Freunde bei uns zusammenführen, die sich für Gerhart Hauptmann und sein Werk auch im 21. Jahrhundert einsetzen.

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