Aktuell



Sonderausstellung des Schlesischen Museums zu Görlitz zum Hauptmann-Jahr 2012 Drucken
Sonntag, den 29. April 2012 um 16:26 Uhr
Zum aktuellen Jubiläumsjahr - am 15. November 2012 jährt sich der Geburtstag Gerhart Hauptmanns zum 150. Mal, und vor 100 Jahren erhielt er den Nobelpreis für Literatur - wird im Schlesischen Museum zu Görlitz am 11. Mai eine Sonderausstellung »Poetische Orte. Bilder und Texte von Ivo und Gerhart Hauptmann« eröffnet. Die Ausstellung wird bis zum 17. Februar 2013 gezeigt und von einem laut Ankündigung reich bebilderten Katalog begleitet.
 
Neue Lieferung der Literaturhinweise online Drucken
Geschrieben von: Bernhard Tempel   
Mittwoch, den 11. April 2012 um 00:00 Uhr
Die erste Lieferung für 2012 der Hinweise auf neue Hauptmann-Literatur (mit älteren Ergänzungen) ist online bereits verfügbar und wird mit den nächsten "Mitteilungen" des 1. Vorsitzenden an die Mitglieder verschickt.

Die Gliederung ist seit der Lieferung 2010-2 etwas verändert, schon in Vorbereitung auf eine entstehende Kumulation: Rezensionen werden jetzt beim rezensierten Werk aufgeführt, ggf. wird das rezensierte Werk für die Anzeige weiterer Rezensionen wiederholt aufgeführt. Überwiegend Gerhart Hauptmann gewidmete Sammelbänden erscheinen nun unter den selbständigen Publikationen, die enthaltenen Beiträge folgen als untergeordnete Liste.
Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 11. April 2012 um 20:35 Uhr
 
›Vor Sonnenaufgang‹ in der Schule Drucken
Geschrieben von: Bernhard Tempel   
Sonntag, den 05. Februar 2012 um 11:36 Uhr

Aus dem umfangreichen Werk Gerhart Hauptmanns wird im Deutschunterricht fast nur noch eines der Dramen Der Biberpelz, Die Ratten oder Die Weber behandelt, sowie die Novelle Bahnwärter Thiel. Auf diese Werke sind die bekannten Verlage eingestellt, die kommentierte Ausgaben und Lektürehilfen anbieten, und selbst innerhalb dieses ›Hauptmann-Kanons‹ gibt es ein starkes Gefälle zugunsten des Bahnwärter Thiel, der es mit 3,7 Millionen verkauften Exemplaren immerhin unter die Top Ten seit 1948 in Reclams Universal-Bibliothek gebracht hat (auf Platz 6, noch vor Theodor Storms Schimmelreiter)[1] .

Seit Oktober 2010 erreichten die Gerhart-Hauptmann-Gesellschaft  e.V. nun mehrfach Anfragen, aus denen hervorging, daß in Baden-Württemberg Vor Sonnenaufgang für einige Jahre als Pflichtlektüre vorgesehen sei.[2] Drängendstes Problem schienen die Dialektpassagen zu sein, die den Schülern Schwierigkeiten bereiten würden, zumal auch Lehrer mit dem schlesischen Dialekt nicht vertraut seien. Ob es eine Übersetzung oder Hilfen gebe, war denn auch die häufigste Frage.

Die Frage nach der Existenz einer (hochdeutschen) Übersetzung läßt sich leicht beantworten: es gibt keine, wahrscheinlich auch keinen Markt dafür, zumal die Werke Gerhart Hauptmanns bis zum 1. Januar 2017 noch urheberrechtlich geschützt sein werden. Unter dieser Bedingung stünde einer Übersetzung oder kommentierten Ausgabe neben der inhaltlich zu leistenden Arbeit noch die Klärung der Lizenz (und der damit verbundenen Kosten) im Wege.
 

An dieser Stelle dokumentiere ich – als Hilfe zur Selbsthilfe – die Hinweise, die ich in verschiedenen Antworten gegeben habe.


Zunächst ist festzustellen, daß der größte Teil von Vor Sonnenaufgang gar nicht im Dialekt geschrieben ist. Wenn die Schüler das erst einmal bemerkt haben (oder man es ihnen gesagt hat), ist die Hürde wahrscheinlich schon etwas geringer. Nach Auskunft von Dr. Klaus Hildebrandt, dem 1. Vorsitzenden der Gerhart-Hauptmann-Gesellschaft e.V., hat Hauptmann in den Dialektpassagen des Dramas die gebirgsschlesische Mundart »so gut wiedergegeben, wie es bei Dialekt überhaupt möglich ist«; »als Schlesier, der am Rande des gebirgsschlesischen Dialektgebietes seine Kindheit verbrachte«, könne er das »einigermaßen beurteilen«.

Beim Verstehen des Dialekts gibt es, vereinfacht gesagt, zwei Hürden, deren Unterscheidung helfen könnte: die Lautung und der Wortschatz. Für den schlesischen Wortschatz kommt man um eine Dialektwörterbuch nicht herum; das umfassendste zum Schlesischen dürfte das von Mitzka sein:

Dieses Wörterbuch sollte in besser ausgestatteten Universitätsbibliotheken oder Regionalbibliotheken verfügbar sein. Für den größten Teil der Dialektpassagen hilft es allerdings, einige Regeln zu entwickeln, die das Verstehen erleichtern könnten. Zentrale Rolle (wie oft in Dialekten) spielen die Vokale, z.B. ei -> oa (»kein« -> »koan«), allerdings kann auch a als oa auftauchen (»Arme« -> »Oarme«) oder oo als a (»hat« -> »hoot«). Das e kann zu a werden (»betteln« -> »batteln«), das u und ü zu e (»zurecht« -> »zerecht«, »für« -> »fer«), das a zu u (»ja« -> »ju«), das ö zu e (»Löcher« -> »Lecher«), das o zu u und/oder e (»Doktor« -> »Dukter«) und so weiter. Dann gibt es Verschleifungen (oder wie man das nennt): »geben« -> »gahn«, »nichts« -> »nischt«, ferner das auch im Süddeutschen häufige »wir« -> »mir« (oder »mer«). Das alles aufzuzählen, hat jetzt wenig Sinn, entscheidend ist, daß sich mit wenigen Regeln die Anzahl schwieriger Stellen schnell reduzieren läßt.[3]

Manchmal muß man auch einfach wissen, d.h. aus dem Kontext erschließen, was gesagt wird, um es dann im Text wiederzuerkennen (ähnlich wie oft beim Lesen von Handschriften); helfen kann auch, den Text laut zu sprechen. Im übrigen gebe ich gern zu, daß ich keineswegs alles Wort für Wort verstehe, trotz mehrfacher Lektüre; ich habe es trotzdem gewagt, ein gut dreißigseitiges Kapitel zu Vor Sonnenaufgang in meiner Dissertation zu schreiben (Kurzbeschreibung und Inhaltsverzeichnis: http://www.tempelb.de/wp-content/uploads/2011/05/alkohol_und_eugenik_info.pdf). Selbst dies ließe sich aber positiv wenden und den Schülern als Lerneffekt verkaufen: daß man keineswegs jedes Detail verstanden haben muß, um einem Drama folgen zu können.

Es wäre übrigens interessant, einmal zu vergleichen, welche Passagen für das inhaltliche Verständnis und welche für die Charakterisierung von Personen (Stand, Bildung) durch Dialekt und Hochdeutsch wichtig sind; mein Eindruck: die Dialektpassagen sind für das inhaltliche Verständnis gar nicht so entscheidend.


Schließlich einige Literaturhinweise:

Inzwischen gibt es wenigstens ein Buch zur Behandlung von Vor Sonnenaufgang in der Oberstufe:

  • Annegret Kreutz/Johannes Diekhans (Hgg.): Gerhart Hauptmann, Vor Sonnenaufgang (EinFach Deutsch: Unterrichtsmodell). Paderborn 2009
Laut Inhaltsverzeichnis (http://files.schulbuchzentrum-online.de/onlineanhaenge/files/978-3-14-022445-1_inhalt.pdf [Abruf 2012-02-05]) gibt es einen Abschnitt »3.3 Regieanmerkungen und Sprache« sowie Zusatzmaterial zur Sprache des Naturalismus. Da ich das Buch noch nicht in der Hand hatte, weiß ich nicht, ob dort auf die Problematik des Dialekts eingegangen wird.

Die folgenden drei Aufsätze habe ich als hilfreich für das Verständnis von Vor Sonnenaufgang in Erinnerung, sowohl für Einordnung in Werk und Zeit als auch im Hinblick auf thematische Interpretation:

  • Rüdiger Bernhardt: Sieg und Überwindung des Naturalismus. Gerhart Hauptmanns soziales Drama Vor Sonnenaufgang. In: Gerhard Rupp (Hg.): Klassiker der deutschen Literatur. Epochen-Signaturen von der Aufklärung bis zur Gegenwart. Würzburg 1999, S. 117–160
  • Thomas Bleitner: Naturalismus und Diskursanalyse. ›Ein sprechendes Zeugnis sektiererischen Fanatismus‹ – Hauptmanns Vor Sonnenaufgang im Diskursfeld der ›Alkoholfrage‹. In: Ders./Joachim Gerdes/Nicole Selmer (Hgg.): Praxisorientierte Literaturtheorie. Annäherungen an Texte der Moderne. Bielefeld 1999, S. 133–156
  • Rolf Christian Zimmermann: Hauptmanns Vor Sonnenaufgang: Melodram einer Trinkerfamilie oder Tragödie menschlicher Blindheit? In: Deutsche Vierteljahrsschrift für Literaturwissenschaft und Geistesgeschichte 69 (1995), S. 494–511

Für die Recherche nach weiterer Literatur zu Vor Sonnenaufgang eignet sich die internationale Hauptmann-Bibliographie:

  • Sigfrid Hoefert: Internationale Bibliographie zum Werk Gerhart Hauptmanns. 3 Bde (Veröffentlichungen der Gerhart-Hauptmann-Gesellschaft 3, 4 u. 12). Berlin 1986–2003

In dieser Bibliographie sind in Band I auch englische Übersetzungen von Vor Sonnenaufgang nachgewiesen. Es ist durchaus vorstellbar – und möglicherweise didaktisch interessant –, für die Übersetzung der im Dialekt gehaltenen Stellen den Umweg über eine englische Übersetzung zu nehmen. Ob das gelingt, hängt von den Englisch-Sprachkenntnissen ab (die im Zweifelsfall bei heutigen Lehrern und selbst Schülern besser als die Kenntnis des schlesischen Dialekts sein dürften), und von der Übersetzung – wenn diese die Dialektpassagen als solche überträgt (z.B. unter Einsatz von Slang oder Scots), verlagert sich das Verständnisproblem nur.



[1] Karl-Heinz Fallbacher (Hg.): Die Welt in Gelb. Zur Neugestaltung der Universal-Bibliothek 2012. Stuttgart 2012. URL: http://www.reclam.de/trck/data/media/Die_Welt_in_Gelb.pdf (Abruf 2012-02-05), S. 65.

[2] Daß Vor Sonnenaufgang seit dem Schuljahr 2011/12 Pflichtlektüre »in den Berufskollegs zum Erwerb der Fachhochschulreife und für die erste Klasse der Berufsoberschule (vergleichbar etwa mit der Klasse 12 an beruflichen Gymnasien)« ist, »im Berufskolleg zumindest bis 2014, in der Berufsoberschule wohl noch ein Jahr länger«, findet man nicht in den Lehrplänen, weil die Pflichtlektüre durch Erlaß des Kultusministerium festgelegt wird (freundliche Auskunft von Gerhard Schneider, Landesinstitut für Schulentwicklung, Stuttgart).

[3] Wer dies genauer studieren möchte, vgl. z.B. Karl Weinhold: Ueber deutsche Dialectforschung. Die Laut- und Wortbildung und die Formen der schlesischen Mundart. Mit Rücksicht auf verwantes in deutschen Dialecten. Ein Versuch. Wien 1853. URL: http://books.google.de/books?id=y3cRAAAAMAAJ (Abruf 2012-02-05).
Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 12. Februar 2012 um 22:39 Uhr
 
Gerhart-Hauptmann-Theater in Zittau von Schließung bedroht Drucken
Samstag, den 10. Dezember 2011 um 17:22 Uhr
Wie aus mehreren Anfragen an die Gerhart-Hauptmann-Gesellschaft hervorgeht, soll das einst nach Gerhart Hauptmann benannte Theater in Zittau seinen Namenspatron verlieren. Auf der Homepage ist darüber noch nichts zu finden, als Betreiber des seit Anfang 2011 wieder mit dem Theater Görlitz fusionierten Theaters ist dort die "Gerhart Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau GmbH" genannt. Wie man einer aktuellen Petition entnehmen kann, ist sogar geplant, die Theatersparte zu schließen. Wer die Petition zeichnen möchte, kann das hier tun:

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 10. Dezember 2011 um 17:35 Uhr
 
Die Digitalisierung von Gerhart Hauptmanns Briefnachlaß Drucken
Geschrieben von: Bernhard Tempel   
Samstag, den 15. Oktober 2011 um 13:07 Uhr
In der Ausgabe vom 15. Oktober 2011 des Berliner »Tagesspiegel« stellt David Bedürftig das groß angelegte Projekt zur Erschließung von Gerhart Hauptmanns Briefnachlaß vor. Das von der DFG geförderte Gemeinschaftsprojekt der Staatsbibliothek zu Berlin und der Freien Universität Berlin sieht vor, alle Briefe zu digitalisieren und über die zentrale Autographendatenbank Kalliope auffindbar zu machen; die Briefe Hauptmanns sollen überdies mit Regesten erschlossen werden.

Wer mehr darüber erfahren möchte, hat dazu Gelegenheit am 12. November 2011 im Gerhart-Hauptmann-Museum, Erkner bei einem Vortrag von Tim Lörke und Edith Wack. Ferner berichten Peter Sprengel und Tim Lörke im Rahmen der  Ringvorlesung »Im Dickicht der Texte. Editionswissenschaft als interdisziplinäre Grundlagenforschung« (FU Berlin) am 11. Januar 2012, 18.15-20 Uhr unter dem Titel »Gerhart Hauptmann digital. Probleme und Herausforderungen einer Briefregestenedition in Kalliope« über das Projekt, auf dessen Ergebnisse man gespannt sein darf. Es wird die Recherchen in Hauptmanns Briefnachlaß erheblich verbessern, da man bis heute auf unvollständigen Listen angewiesen ist, die nur  teilweise einen Zugang nach Personen ermöglichen, teilweise große Sammelrubriken enthalten - ganz zu schweigen davon, daß selbst diese bescheidenen Findmittel nur im Handschriftenlesesaal der Staatsbibliothek verfügbar sind und es weder eine Online-Fassung gibt noch - zumindest bis vor ein paar Jahren -, das Kopieren erlaubt wurde. 
Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 15. Oktober 2011 um 13:39 Uhr
 
Mitgliederversammlung 2011 Drucken
Sonntag, den 31. Juli 2011 um 09:25 Uhr

Am 12. November 2011 von 14 bis 16.30 Uhr findet die alljährliche Mitgliederversammlung der Gerhart-Hauptmann-Gesellschaft e.V. im Gerhart-Hauptmann-Museum (Erkner) statt.

Ab 17.15 Uhr ist die jährlich übliche literarische Abendveranstaltung geplant, mit voraussichtlich folgenden Vorträgen: Der Hauptmann-Bibliograph Prof. Dr. Sigfrid Hoefert (Univ. of Waterloo, Kanada)  spricht über die Beziehungen zwischen Leonid Pasternak und Gerhart Hauptmann in den frühen 1930er Jahren. Anschließend berichtet er über den Stand der Hauptmann-Forschung, auf der Grundlage des 4. Bandes der 'Internationalen Bibliographie zum Werk Gerhart Hauptmanns', der zum 150. Geburtstag des Dichters 2012 erscheinen wird. Im dritten Vortrag referieren Dr. Tim Lörke und Edith Wack zum Thema "Gerhart Hauptmann digital" über Probleme und Herausforderungen bei der Online-Regestenerfassung der Briefe von Gerhart Hauptmann in Verbindung mit der Erschließung und Digitalisierung des Nachlasses in der Staatsbibliothek zu Berlin.

Gäste sind herzlich willkommen, der Eintritt ist frei.

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 31. Juli 2011 um 09:38 Uhr
 
Neuerscheinung: »Abschied von Osmundis« – Zwanzig Hauptmann-Studien von Peter Sprengel Drucken
Geschrieben von: Bernhard Tempel   
Sonntag, den 27. März 2011 um 13:37 Uhr

Kürzlich erschienen ist in der Reihe »Hauptmanniana« des Dresdner Neisse-Verlags ein reichhaltiger Sammelband des Berliner Germanisten Peter Sprengel, der an der Freien Universität Berlin Neuere deutsche Literatur lehrt und seit seiner Habilitationsschrift »Die Wirklichkeit der Mythen. Unversuchungen zum Werk Gerhart Hauptmanns aufgrund des handschriftlichen Nachlasses« (Berlin 1982) die Hauptmann-Forschung mit zahlreichen Studien und Editionen bereichert, ja geprägt hat. Die zwanzig Beiträge des Bandes stammen aus fast zwanzig Jahren. Verzichtet wurde auf die Aufnahme von Texten, die bereits in ausschließlich Hauptmann gewidmeten Sammelbänden erschienen oder in andere Bücher des Verfassers eingegangen sind.

 

Gegliedert sind die Studien in vier Abschnitte: »Kunst und Künstler«, »Revision der Moderne«, »Werke der Dreißiger Jahre« und »Konstellationen des Alters«. Manche der Beiträge stellen ein einzelnes Werk ins Zentrum, z.B. die Komödie »Griselda« (1909), das Goethe'sche und Shakespeare'sche Motive aufnehmende »Vor Sonnenuntergang« (1932) und die »Die goldene Harfe« (1933) aus dem Bereich des Dramas, die Novelle »Die Hochzeit auf Buchenhorst« (1931) und die Autobiographie »Das Abenteuer meiner Jugend« (1937) aus der Prosa sowie die lyrischen Werke »Die drei Palmyren« (eine an Goethe und Adolf von Wilbrandt angelehnte Idyllendichtung) und »Der Knabe Herakles«, eine Versdichtung mit Anspielungen auf die Brutalität nationalsozialistischer Expansionspolitik. Andere Beiträge fassen thematische Zusammenhänge ins Auge, etwas Hauptmanns Beziehungen zur bildenden Kunst um 1900, die Idee des Genius, »Todessehnsucht und Totenkult«, öffentliche Wirkung und Inszenierung der Dichter-Rolle, z.B. anhand erster öffentlicher Lesungen 1909, sowie seine Goethe-Rezeption und seine Auseinandersetzung mit Nietzsche, insbesondere in Form der Lektüre von »Der Wille zur Macht« in den 1930er Jahren. Das auch biographische Interesse des Verfassers an Hauptmann – erst vor zwei Jahren erschien das Buch »Der Dichter stand auf hoher Küste. Gerhart Hauptmann im Dritten Reich« (Berlin 2009) – äußert sich vor allem im Abschnitt »Konstellationen des Alters«, dessen Beiträge persönliche Beziehungen des Dichters beleuchten, die Niederschlag im Werk gefunden haben, die als Beispiele für Hauptmann-Rezeption gelten können oder wo andere Wechselbeziehungen zu verzeichnen sind; u.a. geht es um ein Briefgedicht Hauptmanns an die Baronin Gudrune von Hoyningen-Huene (geb. Borsig) und das Verhältnis zu Franz Rolf Schröder und dem schlesischen Autor Horst Lange.

 

Der übrigens mit über dreißig Abbildungen reich illustrierte Band wird eröffnet und beschlossen mit zwei Originalbeiträgen aus dem Jahr 2010: Einer Würdigung der frühen, noch vornaturalistischen Musen-Dichtungen Hauptmanns sowie einer Abhandlung über die Inszenierungen der »Iphigenie in Delphi« 1941/42. Für den gezielten Zugriff steht schließlich ein Register der Werke Gerhart Hauptmanns zur Verfügung.

 

Sprengel, Peter: Abschied von Osmundis. Zwanzig Studien zu Gerhart Hauptmann (Hauptmanniana 5). Dresden: Neisse-Verl., 2011. 576 S. ISBN: 978-3-86276-011-4. – 48 Euro

Verlagsinformation (mit Inhaltsübersicht)

Leseprobe bei Google Books

 

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 02. April 2011 um 10:06 Uhr
 
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